Koen Hertoge

Malser Weg in Den Haag

Koen Hertoge wird die Erfahrungen aus dem Malser Weg am Wochenende beim MONSANTO TRIBUNAL in Den Haag präsentieren und zahlreichen Freunde aus aller Welt treffen. Eine Gelegenheit ihnen für ihre bisherige Unterstützung zu danken.
Ich bin übrigens auch überzeugt davon, dass diese Unterstützer den Malser Weg auch weiterhin und sogar noch intensiver unterstützen werden.

Solange bis endlich die Pilotregion Obervinschgau nicht länger von Land und Bauernbund durch Klagen und andere Repressionen behindert wird.

Solange bis endlich auch in Südtirol eine sachliche, angstfreie Diskussion über eine nachhaltige Landwirtschaft geführt wird.

Solange bis andere Dörfer in anderen Ländern ebenfalls aufbrechen, um auch in der eigenen Region diese Diskussion zu beginnen.

  1. Heini Tischler

    Läuft das ganze Tribunal eigentlich auf Basis von Ehrenamt oder gibt es Sponsoren? Nur Spendengelder? Könntest du das auch einmal in einem Video kurz darstellen?

  2. Rita Schimanek

    Als Freunde von Mals (wir sind in Mals gerne in Urlaub und kaufen bevorzugt Bio-Äpfel aus Südtirol) möchte ich mich bei Ihnen und allen anderen aktiven Landwirten ganz herzlich für Ihren mutigen Einsatz bedanken. Ich wohne in Seefeld, im Westen von München, und unterstützte Sie über das Umweltinstitut, bei welchem ich mit bei der Unterschrift-Aktion mit dem Schreiben an Hrn. Landeshauptmann Kompatscher mitgemacht habe.
    Ich habe damals eine Antwort bekommen, die mich nicht zu Frieden gestellt hat und habe dem Hrn. Kompatscher daraufhin nochmals eindringlich geschrieben, welche Folgen es haben wird, wenn so wie bisher weitergemacht wird.
    Bevor das mit den „Rebellen von Mals“ losging, habe ich mich schon immer gewundert, warum dort so viele Obstplantagen und Wiesen zum Verkauf stehen. Jetzt weiß ich den ganz tiefen Grund: Viele vernünftige Bauern geben wegen der Belastung der eigenen Plantage und Felder durch die wild spritzenden Nachbarbauern auf.
    Deshalb ist es sehr gut, dass alle kritischen Menschen jetzt aufstehen und dagegen halten und ich hoffe sehr, dass das noch weitere Kreise zieht, bis nach Latsch und weiter.
    Wir sind sehr traurig, wenn so viele Pestizide ausgebracht werden. Ich habe in einem sehr langen Brief u.a. Folgendes an Hrn. Kompatscher geschrieben, denn er schrieb mir u.a., dass er sich für die Nachhaltigkeit einsetzt. Hier ein Auszug meines Briefes – ich hoffe, er ist nicht zu lang und wird abgebildet:
    „ ….Ich schreibe Ihnen, weil uns Südtirol – speziell der Vinschgau – am Herzen liegt.
    Wir machen sehr gerne sportlichen Urlaub dort. Deshalb ist uns auch die gute Luft sehr wichtig und deshalb habe ich hier mit meiner Unterschrift mitgemacht.
    Im Urlaub im Vinschgau ist uns sehr aufgefallen, dass zusätzlich zur automatischen Beregnung sehr oft mit den Spritzfahrzeugen in den Plantagen gearbeitet wird, auch wenn das meist dann erfolgt, wenn die meisten Urlauber noch nicht oder nicht mehr in der Landschaft unterwegs sind.
    Das macht uns Sorgen. Auch glauben wir, dass die Bio-Äpfel (obwohl ich sie kaufe) nur bedingt Bio sind, je nachdem wie weit weg davon sie gewachsen sind.
    Allerdings habe ich dann heuer gezielt nach entsprechenden Nachrichten gesucht. In den Tiroler / Vinschgauer Nachrichten fand ich (im Internet), dass man wegen des aktuellen Schädlingsbefalls im Frühjahr gegen das saugendes Insekt, das die Knospen befällt, um biologische Spritzmittel bemüht war. Das hat uns etwas getröstet. In gewissem Maße bestätigt das, dass man sich auf dem Weg nachhaltiger Land- und Ernährungswirtschaft befindet.
    Aber das Gesamtproblem besteht, insbesondere wegen der großflächigen Monokulturen.
    Sehr gut, dass Sie sich für Nachhaltigkeit einsetzen! Diese sollte aber mit allen Mitteln beschleunigt werden. Solange es noch Bienen gibt, wäre eine baldige großflächige Umstellung des Obstbaus auf biologische Schädlingsabwehr sehr wichtig. Evtl. mit finanzieller staatlicher Unterstützung, denn das ist die Zukunft der Obstbauern und somit der Einnahmequelle, auch des Staates.
    Dafür müsste die Monokultur verringert werden und. z. B. Schutzstreifen mit anderem Gehölz dazwischen angelegt werden. Das ist allerdings wesentlich arbeitsintensiver und kostet erfordert zuerst Investition. Deshalb wäre das mit Fördermitteln tragbarer. Gibt es so eine Möglichkeit bei Ihnen ? Welche Projekte gibt es dazu ?
    Natürlich ist das nicht nur ein Problem von Südtirol. Aber gerade von diesem sonnenverwöhnten Landesteil, wie dem Vinschgau, stellt man sich nun mal vor, dass Alles was dort produziert wird, einfach gesünder ist als anderswo. Dieses Image sollte man für die Umstellung nutzen, solange es noch besteht. Jedenfalls haben es Bio-Bauern schwer inmitten von anders bewirtschafteten Plantagen. Das gilt nicht nur für Südtirol.“
    Vorrangig geht es auch um die bedrohten Bienen, die durch Pestizide geschwächt werden. Ohne Bienen bekommen wir Zustände wie in China. Dort sind die Bienen praktisch ausgestorben und es muss ein Heer von Billiglöhnern die Obstplantagen Blüte für Blüte von Hand bestäuben. Das wäre der Untergang nicht nur der Obstbauern, schon allein deshalb, weil hier nicht bezahlbar. Also lieber massiv und bald umschwenken!
    Pestizide sind nicht zuletzt ein gesellschaftspolitisches Problem: Sie machen krank. Kranke Menschen belasten das Sozialsystem, die Höfe können nicht mehr bewirtschaftet werden (die Bauern sind am meisten exponiert) mit der Folge der Aufgabe, Immobilienhaie kommen, Grund wird extrem teuer, Wohnungen werden zu teuer, Einheimische können sich das nicht mehr leisten, u.s.w. Man kann das weiterstricken.
    Jedenfalls: Der Sprühnebel verteilt sich nicht nur großflächig mit der täglich am Morgen aufsteigenden warmen Luft (das ist wie beim Feinstaub), er erreicht auch die höheren Lagen im Umfeld, von denen man wirklich meinen könnte, die Luft sei rein. Abends, bei Abkühlung kommt das Ganze wieder herunter. Das ist nun mal so. Klar, auch biologischen Spritzmittel sind nicht durchgehend gesund… Besser ist vermehrter Pflanzenschutz mit Nützlingen zur Schädlingsbekämpfung. Das ist natürlich aufwendig, aber es gibt Firmen, die das schon praktizieren. Z.B. kaufe ich mein Gemüse von einer solchen Firma hier in Deutschland.
    Wie gesagt – andere Länder haben die gleichen Probleme, aber für Südtirol, unserem Lieblingsaufenthalt, würde ich mir wünschen, dass das Problem noch massiver angegangen wird, auch mit staatlicher Unterstützung von nachhaltigen Obstbauprojekten.“ – Ende des Briefes.
    Ich wünsche den Malsern und allen Landwirten, die sich von der nachhaltigen Idee „anstecken“ lassen ganz viel Mut und Kraft – nur nicht unterkriegen lassen. Anfangs wird man belächelt, das weiß ich aus eigener Erfahrung, danach haben die Leute riesigen Respekt und das auf Dauer. Manches dauert Jahre, man darf nicht nachlassen. Wenn eine bestimmte auslösende Menge an Leuten überzeugt ist, verbreitet sich die Idee immer schneller und weiter.
    Kürzlich war sogar in unserem kleinen Ort in Seefeld-Hechendorf eine Demo gegen Glyphosat – wir wohnen hier angrenzend an landwirtschaftliche Flächen …
    So sehr würde ich mich freuen, wenn unser geliebtes Südtirol hier Erfolg hat.
    Mein Sohn ist gerne in den Bergen um Mals beim Wandern und Mountainbiken und am Campingplatz von Mals, aber er hat Horror vor den Giftspritzen, da muss er immer flüchten.

    Viele Grüße
    Rita Schimanek und Familie

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