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Prädikat: Lesenswert

Das Interview mit dem neuen IDM-Präsident Thomas Aichner.

(Anmerkung für nicht Südtiroler: IDM ist der neue Name der Südtirol Werbung, die vor rund einem Jahr alle laufenden Filmaufträge bei mir stornierte, weil ich ich es gewagt hatte auf das Monokultur-Problem aufmerksam zu machen. )

Einige besonders wichtige Zitate aus dem Artikel zur Kostprobe (und am Ende dann einige Kritikpunkte daran) …

  • „Also, wenn mich jemand darauf anspricht, sage ich: Ja. das ist ein Problem, da sind wir dran und arbeiten.“
  • „Ich persönlich bin auch kein Freund von Hagelnetzen und diesen Dingen, aber das ist im Moment einfach die Realität und wir müssen gemeinsam schauen, wie wir da wieder raukommen.“
  • „Natürlich wäre die IDM lieber schon morgen eine Green Region. Doch wir sind realisitisch genug zu sagen, dass dorthin nur ein gradueller Prozess führen kann. „
  • „Es wäre ein totaler Fehler zu versuchen, diese Diskussion unter den Scheffel zu stellen.“
  • „Wir sollten uns trauen, das ehrlich zu handhaben.“
  • „Was in Mals passiert, ist mutig und schön, und ein Zeichen der Selbstbestimmungstendenz der Tiroler, die wir einfach haben.“
  • „Man muss schon sagen, dass die Diskussion um Mals sicher geholfen hat, vielen Verantwortlichen dafür die Augen zu öffnen,, dass die Menschen bei diesem Thema sehr sensibel sind und dass die Mehrheit der Bevölkerung gesagt hat, das wollen wir nicht. Das ist für mich schon ein Indiz, dass wahrscheinlich auch die Mehrheit der Europäer beim Thema Pflanzenschutz sensibel ist und es deshalb wichtig ist, dass man es ernst nimmt.“
  • „Wir können nur sagen: Lieber Bauernbund, der europäische Trend geht ganz klar in Richtung Nachhaltigkeit und ich glaube, das haben Politik und Bauernbund auch verstanden.“

PS: Zum letzten Punkt möchte ich allerdings kritisch anmerken, dass ich diesen Eindruck im Augenblick noch nicht habe. Ich würde eher sagen: im Moment arbeiten Politik und Bauernbund noch recht intensiv daran jene Kulturlandschaft in Mals zu zerstören, mit deren Schönheit IDM wirbt. Auch Mals soll buchstäblich mit allen verfügbaren Machtmitteln in die „größte zusammenhängende Apfelmonokultur Europas“ eingegliedert werden. Wer diese Agressivität von Bauernbund und Politik nicht aus nächster Nähe mitverfolgt hat, kann das vielleicht nicht so gut einschätzen. In meinem Film wird jedoch viel davon zu sehen sein.

PSS: Thomas Aichner sagt auch: „Lassen wir den Bauern Zeit, schaffen wir mehr Anreize und versuchen wir, zu überzeugen. Denn ich bin davon überzeugt, dass Wertegemeinschaften immer stärker sind als Regelgemeinschaften.“

Dagegen, dass eine Umstellung der Landwirtschaft Zeit braucht, ist natürlich nichts einzuwenden. Aber die Parole „bloß keine Regeln“, die Bauernbund und Politik seit annähernd 10 Jahren predigen, ist eine Strategie um die freie Ausbreitung der Monokultur nicht zu behindern.
Ich frage mich: „Was ist so schlecht an ein paar einfachen Regeln, um die giftigsten Wirkstoffe rasch zu verbieten?“ „War es nicht auch besser das Rauchen in Lokalen einfach zu verbieten, anstatt ewig Überzeugunsarbeit zu leisten?“

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